Breizh Cola or die !
Die geschichtsträchtige Hafenstadt Saint-Malo mit ihrer historischen Altstadt und dem großen Hafen ist eine der größten Touristenattraktionen Frankreichs. Ihre dicken Festungsmauern symbolisieren nicht nur den Esprit der Bretagne nach Unabhängigkeit sondern sind auch ein Relikt aus der Zeit als Korsarenstadt (cité corsaire). Innerhalb der Festungsmauer (les remparts) befindet sich auch die Sprachschule im historischen Stadtkern, der ca. 20% der Stadtfläche ausmacht. Vor Ort spricht man immer von Intra Muros: „Je vais intra-muros maintenant“.
Hier seht ihr mich auf einem Katamaran vor der Silhouette von Saint Malo:
Den größten Teil meines Aufenthalts habe ich intra muros verbracht, vormittags in der Sprachschule. Fast immer ist es da schattig, weil die Gassen so eng sind, dass sich der Schatten sogar mittags über die Gassen spannt:
Wenn man zum Haupteingang intra muros betritt, sieht man als erstes…
Bei einem Stadtspaziergang findet man u.a. die Straße der tanzenden Katze:
Der Name Saint-Malo stammt von einem bretonischen Mönch namens Maclow, Maclou, Mac Law oder eben Malo (die Schreibweise variiert), der sich ebendort niederließ und später Bischof von Aleth wurde. Sein Nachfolger baute zu seinen Ehren die Kirche von Saint Malo, die 1152 zu einer Kathedrale mit dem Namen Saint Malo wurde.
Im Grand Aquarium von Saint Malo kann man sogar die Rochen anfassen und streicheln.
Ein Tagesausflug zum Mont St. Michel ist natürlich ein Muss, wenn man schon in der Nähe ist. Der Berg und seine Bucht gehören seit 1979 zum Weltkulturerbe der UNESCO, was man auf den nächsten Bildern auch gleich versteht:
10 Jahre wurde hier repariert und nun, in 2015, ist alles wieder zugänglich. Sogar bei Flut. Wir waren bei Ebbe da:
Die Flut kommt zweimal am Tag. Die Gezeiten sind hier unter den höchsten von ganz Europa. In der Bucht von Saint-Malo kann man einen der größten Tidenhube Europas bestaunen, nämlich bis zu zwölf Meter Differenz zwischen Ebbe und Flut.
Diesen Tidenhub sieht man auch schön im Seebad am Strand von Saint Malo, hier bei Flut:
...wenn nur der Sprungturm noch herausragt und dann umgekehrt hier bei Ebbe:
Das Wasser ist am wärmsten kurz bevor die Flut wieder kommt und kälteres Meerwasser bringt :-)
Nochmal bei Flut aus der Nähe fotografiert…
Eine Besonderheit der Sprachreise nach St Malo ist, dass man neben den üblichen Aktivitäten auch alternativ einen Katamarankurs buchen kann. Ich habe das zwei Wochen ausprobiert – ohne vorherige Kenntnisse. Endgeil!
Wer das ausprobieren möchte, sollte sich im Voraus die Mühe machen, die Begriffe hier auf dem Foto zu lernen, sonst ist man schnell überfordert (und dadurch leidet der Spaßfaktor)…
Die Sprachschule wird von französischen Muttersprachlern durchgeführt. Ein Test am Anfang erleichtert die Einsortierung der Schüler in die jeweiligen Leistungsgruppen, und ein Test am Ende der Sprachreise zeigt den Teilnehmern den Erfolg der Schulung. Die Teilnehmer in meiner Klasse waren Schüler aus verschiedensten Ländern – von Amerika bis Spanien!
Elmo war auch dabei:
http://www.schuelersprachreisen-community.de/de/users/elmorox
Der Unterricht war vielfältig, es ging von Begriffen im Haushalt über das Heimwerken bis zur alten Literatur. Ein sehr freier Unterricht, bei dem man das Thema schnell anpassen kann. Am Anfang des Tages wird immer über den Vortag gesprochen, das erleichtert den Einstieg, jeder muss ein, zwei Sätze sprechen und es ist weniger theoretisch und mehr lebensnah. Bei mir im cours avancé wurde weniger Grammatik gemacht, dafür mehr Redensarten und Vokabeln gesprochen.
Neben den vielen anderen regionalen Produkten hat die Bretagne auch eine eigene Cola die ein bisschen nach Karamell schmeckt: Breizh Cola.
Breizh (gesprochen: Bretz mit kurzem e) ist das bretonische Wort für „Bretagne“.
Mir gefällt das Wortspiel, das ihr auf dem Etikett sehen könnt: „Le cola du phare ouest“. Das Cola des „westlichen Leuchtturms“ wird auf Französisch ausgesprochen wie der Wilde Westen: Le Far West ist der Wilde Westen auf Französisch.
Das Essen ist fantastisch, die Leute sind sehr nett und als Information für weibliche Teilnehmerinnen: jeden Freitag steht im Aktivitätenprogramm „après-midi shopping“ ;-)
Unser Tagesplan war unter der Woche einheitlich. Jeden Morgen bin ich um 8:00 Uhr aufgestanden, mein spanischer Mitschüler kam um dieses Uhrzeit immer etwas schwer aus dem Bett. Dann Frühstück und 10 min zum Bus laufen, der um 9:06 Uhr abfuhr. Die Sprachschule in der Altstadt begann um 9:30 Uhr und dauerte 3 Stunden (keine Sorge, eine halbe Stunde Pause war dabei). Nachmittags waren die „Aktivitäten“ zu unterschiedlichen Zeiten, wobei wir uns immer am Office du tourisme getroffen haben. Am Samstag standen Tagesausflüge auf dem Programm wie zum Bsp. zum Mont St. Michel. Am Sonntag war der Tag der Familie.
Schluss: OHNEGLEICHEN ist nicht nur ein Straßenname in Saint Malo, sondern das Flair, die Atmosphäre, der Esprit, die Malouins et les Malouines, das ganze Erlebnis. Ich empfehle allen diesen Kurs!!!
Einen weiteren aktuellen Bericht über Saint Malo findet ihr hier: