Japan, Fukuoka

Im August 2017 war ich für 2 Wochen in Japan, ich möchte es nach dieser Erfahrung definitiv nächstes Jahr wiederholen! Hier erfahrt ihr einige Gründe wieso. :)

Die Ankunft in Fukuoka war direkt ein Erlebnis. Man war vom Flug noch völlig gerädert. Zum Glück wird man von Mitarbeitern aus dem Dormitory abgeholt und zum Studentenwohnheim gebracht. Die Frau, die mich zum Dorm gefahren hat, eine Japanerin, die kaum Englisch sprach, sich aber dennoch unglaublich bemühte, mich trotz Sprach-Barriere schon einmal herzlich willkommen zu heißen, hatte noch einen anderen Gast und meinen späteren Mitschüler in der Genki School mitgebracht. Mit ihm war ich danach auch die 2 Wochen über noch viel unterwegs. Er hat mir zum Beispiel in den ersten Tagen geholfen, den Weg zur Schule zu finden und er hat mir das Bahnsystem erklärt. Wenn ihr mehr als 4 Wochen in Fukuoka bleibt, empfiehlt es sich, eine Monatskarte anzulegen. Da ich nur 2 Wochen da war, musste ich mir für jede Fahrt ein neues Ticket holen, was mich täglich ca. 5 EUR für Hin- und Rückfahrt gekostet hat. Zurück zum Dorm. Die Betreiber sind alle unglaublich freundlich, wie viele Japaner sind sie unglaublich hilfsbereit, mit Deutschland überhaupt nicht zu vergleichen. Bei Fragen kann man sich immer an sie wenden.... vorausgesetzt man weiß, wie man es auf Japanisch formuliert. Dass dort keiner Englisch spricht ist allerdings meiner Meinung nach eigentlich wirklich gut gewesen. Es war eine gute Übung, die eigenen Japanisch-Kenntnisse der ein oder anderen Prüfung zu unterziehen. :D 

 

Was dann aber doch eines der beeindruckendsten Sachen war, ist die Hakata Station, die sich in direkter Nähe der Genki School befindet. Hier haben ich und meine Freunde die meiste Zeit verbracht. Es ist nicht nur eine zentrale Bahnstation, mit deren Regionalverkehr man zum Dorm und ggf. zur Gastfamilie kommt, es fahren von da aus auch Shinkansen in andere Städte wie Kyoto, Hiroshima etc. und.... Es ist ein 10 stöckiges Einkaufszentrum! Dieses Bild habe ich aus einem Restaurant des 10. Stockes gemacht. In diesem Stock findet man auch das angeblich "beste Ramen Resturant in ganz Fukuoka", und das will was heissen, denn Fukuoka ist ja bekanntlich die Präfektur der besten Ramen-Suppen. Das kann ich nun auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Für einen äußerst angemessenen Preis von 700 - 900 Yen (was etwas weniger als 7-9 EUR entspricht) bekommt man eine riesige Nudelsuppe, die als ganzes Mittagessen reicht. (Kleiner Tipp: Es gibt eine ganze Ramen-Straße im 2. Stock der Hakata Station. Doch man sollte gewarnt sein: Die Mittagspause in der Genki School ist genau zur Zeit der Rush-Hour, man muss sich also beeilen, wenn man nicht 20 Minuten in einer der Schlangen stehen möchte, bevor man sein Essen bekommt...)

Dazu kommt leider, dass die Station mit ihren 10 Stockwerken leider (wer hätt´s gedacht) unglaublich kompliziert und unübersichtlich ist. In meinen gesamten 2 Wochen dort habe ich jeden Tag einen neuen Laden oder einen neuen Abschnitt entdeckt und mich mindestens genau so oft verlaufen....

Das hier ist ein Foto von meinem Zimmer im Dorm (Tut mir leid, ich hatte nicht aufgeräumt. Dieses Foto entstand ein paar Tage nach meiner Ankunft, hihi). Ich war völlig begeistert, als ich es zum ersten Mal gesehen habe. Ich liebe ja diesen traditionell minimalistischen Stil. Diese Wand da... - ist eigentlich ein Kleiderschrank! Ich hatte einen kleinen Balkon mit einer schönen großen Glastür. Das war sehr schön, denn an einem Abend hatte es stark gewittert und geregnet. Da konnte man beim Einschlafen richtig schön dem Regen zuhören... aber genug sinniert. Was mir mein Leben gerettet hat, sind die Fliegengitter, die an so ziemlich jeder Tür und jedem Fenster sind. Oh - nein, was dann doch am Wichtigsten war (und da können mir alle Mitstreiter aus Dorm und Schule zustimmen) war der Airconditioner ( エアコン )... Es gibt in Fukuoka eigentlich in jedem geschlossenen Raum Airconditioner - keine Sorge. Bei stabilen 32 Grad Celsius am Tag und 28 nachts ist man schon recht froh, die Temperatur im Zimmer etwas zu senken, insbesondere wenn man aus dem kalten Norden kommt. In den Klassenräumen gab es jeweils auch einen Airconditioner. Man kann jederzeit die Lehrer fragen, die Temperatur zu verstellen. Apropos Klassenzimmer, davon habe ich leider keine Fotos machen können. Sie sind aber schön, was mich am meisten gefreut hat, sind die super-bequemen "Chefsessel", in denen man sitzt!  Die Einrichtung ist generell sehr modern, es gibt ein Whiteboard usw. mehr dazu später...

Nochmal kurz zum Dorm: Es liegt etwas weiter entfernt von Hakata, etwas nördlicher auf der Karte. Es liegt an der Fukkódai-mae  Station, von der man allerdings direkt zur Hakata kommt. Die Bahnfahrt dauert ca. 15 Min., also kein großes Drama. Die Umgebung des Dorms ist auch sehr schön, ein kleines ruhiges Städtchen etwas ausserhalb mit Family Marts und allem, was man so braucht.

Hier haben ich und eine Freundin aus der Schule (auch eine Deutsche, wie gefühlte 70% aller Schüler dort :D) Purikura ausprobiert! Wir sind kläglich gescheitert, aber es war sehr lustig! Das hier war in Tenjin. Wir sind hier oft nach der Schule hingegangen. Es ist eine riesige Shopping-Gegend, in der man wirklich alles findet! Apropos "nach der Schule". Ich hatte leider nur 2 mal an den Aktivitäten nach der Schule teilgenommen, da in der ersten Woche die Aktivitäten alle auf einen Samstag verschoben wurden, an dem ich dann nicht teilnehmen konnte. In der ersten Aktivität, an der ich teilgenommen habe, wurde uns beigebracht, wie man Furoshiki faltet (ein Tuch, dass zu allem möglichen zu gebrauchen ist). Sei es als Verpackung für die sogenannte Bento-Box, als Handtasche, als Hut oder als Rucksack). Dieser Kurs hat mir sehr gefallen und wir haben sogar ein Furoshiki geschenkt bekommen :). Ich habe von Mitschülern und Freunden gehört, dass es Ausflüge zu allen möglichen Festivals und Fischmärkten gab. Es gibt oft auch ein japanisches Barbecue (natürlich nicht in der Zeit in der ich da war.. na toll). Da war ich wirklich neidisch! :D

Mein Tag verlief an Schultagen meist so, dass ich morgens zur Schule gefahren bin (Frühstück kann man im Dorm bekommen, ich habe allerdings meistens die kleinen Croissants in der Hakata bevorzugt) und Unterricht bis ca. 11 Uhr hatte. Dann hatten wir eine 10 min. Pause, in der unsere ganze Klasse zum Family Mart gleich in der Nähe gerannt ist. Dort habe ich mir dann ein Onigiri und eine Flasche Wasser geholt. Ich kann auf keinen Fall Bento Boxen empfehlen!! Gegen selbstgemachte ist nichts einzuwenden, doch egal wie verlockend die im Laden aussehen, sie schmecken nicht. Ich habe es oft genug probiert, persönlich liebe ich Bento ja eigentlich :( Insbesondere von denen mit Fleisch sollte man sich dringend fernhalten... In der (zu Fuß 5 Min. entfernten) Hakata Station gibt es schöne Alternativen zu Starbucks wie "Trully´s Coffee" oder "seattles best coffee". Starbucks selbst gibt es aber natürlich auch :) 

Danach haben wir Unterricht bis ca. 13  Uhr und dann Mittagspause, danach den Tag entweder frei oder activity/culture/popCulture classes. Manche Schüler haben auch erst ab 14.05 Uhr, dafür aber auch bis ca. 18 Uhr Schule. (Wir nannten das "morning classes" (9:30-13:00) und "afternoon classes" (14:00-18:00). )

Der Unterricht war außerordentlich. Die Lehrer müssen wirklich unglaublich gut ausgebildet sein. Ich habe in den 2 kurzen Wochen sehr viel gelernt und das Lernen hat wirklich Spaß gemacht! Die Lehrer sind alle Japaner, die fließend Englisch sprechen, im Unterricht ermutigen sie einen dennoch immer auf Japanisch zu reden. Es gibt täglich Hausaufgaben, die allerdings alle nicht sehr schwer sind und mehr der Übung dienen. Es gibt im Unterricht auch viel Arbeit in Gruppen, Wiederholung usw. Dadurch lernt man schnell und kommt im Unterricht trotz des zügigen Tempos gut mit. 

Auch für komplette Anfänger lernt es sich schnell und einfach (so habe ich es von Freunden gehört) und man gewöhnt sich, auch durch den täglichen Gebrauch im alltäglichen Leben, unglaublich schnell an die Sprache.

Der Grund, warum ich vorhin gesagt habe, warum die Fliegengitter lebenswichtig sind, waren nicht nur die ganzen Mücken, nein. Gewarnt sollte man vor den Zikaden sein. Die Biester sind ungefähr so groß wie ein Daumen und doppelt so breit. Gegen die Mittagszeit und oft auch morgens machen sie, wohin man auch geht, einen ohrenbetäubenden Lärm. Es ist immer wie in einem Horrorfilm, wenn man eine dieser Kolosse auf der Straße liegen sieht und jeden Moment erwartet, dass eine davon einem auf die Schulter plumst. Aber die Größe der Fauna in Japan ist nicht immer ein Fluch. Es gibt, insbesondere in den Parkanlagen der Schreine und Tempel, riesige, wunderschöne Schmetterlinge. Ich habe zum Beispiel einen Schwalbenschwanz und einige riesige, schwarz- und smaragdfarbene Falter gesehen. 

Schreine sind das Stichwort! Viele Schreine und Tempel gibt es zum Beispiel in der Nähe der U-Bahn-Station Gion (2 Stationen von Hakata entfernt, ein Ticket dahin kostet etwa 1,70 Euro). Leider sind nicht alle davon begehbar, aber beeindruckend waren sie allesamt. In den Parkanlagen der Schreine gibt es oft Katzen. Dort haben sie wohl ihre Ruhe. Es kommen auch ab und zu Leute, die die Katzen regelmäßig füttern. Man kann die Katzen auch streicheln, sie sind sehr zutraulich :)

Was wäre ich für ein Mensch, wäre ich nach Japan gegangen ohne Sushi zu probieren. Und ja - die Gerüchte stimmen - Sushi ist in Japan tausend mal besser als irgendwo anders auf der Welt. Der Fisch zergeht auf der Zunge, so frischen Fisch habe ich noch nie gegessen etc. etc. Davon habt ihr bestimmt schon genug gehört. Doch nun generell zur Ernährung, die ist nämlich wirklich sehr anders. Ihr werdet nicht drum herum kommen, täglich Reis zu essen. Ich selbst finde Reis und überhaupt japanisches Essen generell sehr schmackhaft und habe mich auf diesen Ernährungsumschwung gefreut. Einige von euch denken da bestimmt genau so :) 

Im Dorm gibt es, wie ich ja bereits erwähnte, Frühstück und Abendessen. Mittags versorgt man sich selbst, was aber eigentlich kein Poblem ist, weil man da ja sowieso in der Hakata isst. Das Frühstück im Dorm besteht meist aus einer Art Fisch (oder selten auch Fleisch), einem Gemüse-Schüsselchen, einem Tofu-Schüsselchen und man kann sich selbst Reis und Miso Suppe nehmen. Es hat fast immer sehr gut geschmeckt, einige Sachen waren dann aber doch sehr speziell :´)

Zu Abend gibt es immer einen großen Teller, meist etwas frisches mit etwas eingelegtem und manchmal Fisch dazu. Das schmeckt auch immer sehr gut, Reis kann man sich selbst nehmen (so oft man will!)

Es gefällt mir besonders, dass die Küche immer so abwechslungsreich war. Man konnte täglich etwas neues, immer typisch japanisches probieren!

Hier eine Shopping Mall an der Nakasu-Kawabata Station. Es ist eine riesig-lange Shopping Straße, bei der man alle möglichen Läden, sowie den besten Zenzai Laden der Umgebung findet. Sie liegt direkt am Fluss, man kann von ihr aus auch zu Fuß zur Canal City laufen. Von der Canal City hört man in jedem Reiseführer, davon brauche ich, glaube ich, kein Bild zu zeigen :D

Ein riesiger Laden, in dem man jedes erdenkliche Manga, Animes, Cosplay Kostüme und alle möglichen anime-related Sachen holen kann. Ein Otaku-Paradies vom Feinsten.

Hier ein typisches Frühstück á la Dormitory. Zu sehen ist: kleiner Obstsalat (hinteres rotes Schälchen), Tofu Block mit kleinen Surimi Sticks (gelbes Schälchen), nicht identifizierbares eingelegtes Gemüse (die beiden hinteren Schälchen), gebratener Fisch mit Schwanzflosse inklusive (Alufolie) und, nicht zu guter Letzt, ein Schälchen Reis im Vordergrund. Bon appetit!

Weil´s so schön ist: ein Foto von den "Forno del Mignon" mini Croissants <3

Es gibt die normalen, welche mit Schoko-Füllung und die mit Süsskartoffel. Mmmmh...